Wachstum und gute Fortschritte im Jahr 2017

Boxmeer, 17. Mai 2018

Voll Resistente Bienen im US-Zuchtprogramm
In Kooperation mit Bob Danka vom USDA in Baton Rouge (Bereitstellung von vor-selektierte Bienensperma aus dem USDA-Bienenstock und finanzielle Unterstützung des Programms), Danielle Downey von der gemeinnützige Organisation Project Apis m. (finanzielle Unterstützung und Verwaltung) und David Thomas von der Hawaii Island Honey Company (Infrastruktur, Personal und finanzielle Unterstützung) konnten wir durch harte Arbeit ein Züchtungszentrum für varroaresistenter Bienen einrichten.

Auf Big Island (Hawaii), konnte ein Labor eingerichtet und mit vier Arbeitsstellen besetzt werden. Die Mitarbeiter wurden dementsprechend ausgebildet. Die Saison auf Hawaii ist länger und ermöglicht uns mehrere Generationen pro Jahr zu produzieren und auszulesen.

Dank der finanziellen Unterstützung lauft das Programm seit letztem Jahr auf „Vollgas“. Wir haben 200 kleine Kolonien für unsere besamten Königinnen und 600 große Beute für die Züchter Königinnen und Drohnen produzierenden Kolonien. Diese Völker werden mit unserer selbst entwickeltes Software „Queenbase“ nachverfolgt.

Außerdem führt David Thomas alle seine Honigproduktionsvölker in Hawaii (mehrere tausend) mit Königinnen aus dem Zuchtprogramm. Die Fortschritte innerhalb des Programms sind vielversprechend und liefern viele Informationen, die wir im EU-Zuchtprogramm verwenden können (und umgekehrt).

Bei kommerziellen Königinnen auf Hawaii müssen Kolonien bis zu 4 Mal pro Jahr behandelt werden (Brut in den Kolonien das ganze Jahr über, also ein „Varroa-Paradies“). Im Gegensatz zu den kommerziellen hawaiianischen Königinnen, werden die Bienen aus unserem Programm durchschnittlich weniger als 1 Mal pro Jahr behandelt. Die besten Linien erreichen den volle Resistenz und halten den Milbenbefall während des ganzes Jahr sehr gering – ohne jegliche Behandlung.

Wir arbeiten jetzt daran, die Varroaresistenz in einer breiteren Auswahl unserer Linien zu etablieren. Darüber hinaus müssen wir sicherstellen, dass die Linien aus Sicht der Honigernte und der Bestäubung leistungsfähig sind und dass sie im Vergleich mit kommerziellen Betrieben auf dem USA Festland gut abschneiden (daher werden Feldversuche durchgeführt).

Die positiven Ergebnisse von Hawaii zeigen uns, dass es möglich ist varroaresistente Bienen zu erhalten und dies sollte uns alle ermutigen weiterhin so hart an der Varroaresistenz der Honigbienen zu arbeiten – sowohl in den USA als auch in der EU.

Starkes Wachstum in unserem EU-Zuchtprogramm
Wir begannen in 2014 mit 6 Züchtern in unserem Zuchtprogramm. Die Anzahl der Züchter ist seitdem von 16 im Jahr 2015 auf 35 im Jahr 2016 und bis zu 66 im Jahr 2017 gewachsen! Innerhalb Europa haben wir derzeit Teilnehmergruppen in Österreich, Belgien, Deutschland, Italien, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Spanien und der Schweiz.

Mit der wachsenden Anzahl von Züchtern und Zuchtgruppen, stieg die Anzahl der Kolonien von 390 im Jahr 2016 auf 646 im Jahr 2017. 134 dieser Völker zeigten eine hohe Resistenz gegen Varroa (> 75% der Reproduktive Milben sind aus der Brut entfernt). Kolonien mit diesem Resistenz Niveau benötigen keine Behandlung gegen Varroa. Von diesen Völkern mit erhöhter Resistenz gegen Varroa zeigte sogar zwölf Kolonien überhaupt keine Milben mehr in Ihrer Nachkommen (nachdem sie zwei Wochen zuvor 100 bis 200 Milben erhalten hatten und dann 300-400 Brutzellen überprüften) und gelten somit als vollständig Varroa-Resistent (100% VSH). Da es sich in den meisten Fällen um eine bisher einmalige Untersuchung handelt, werden wir bei diesen Völker in 2018 Kontrolluntersuchung durchführen, um das Resistenz Niveau genau zu bestätigen. Die Königinnen dieser Kolonien sind nur mit einem Drohn besamt; dies ermöglicht es schnell in unserem Zuchtprogramm voranzukommen. Weil die Königinnen nur eine begrenzte Menge an Sperma bekommen, haben Sie eine begrenzte Lebenserwartung und werden in kleinen Bienenkästen gehalten. Wir haben es geschafft genügend resistente Eindrohnenkolonien zu erzeugen, dass wir heute in der Lage sind Zahlreich Multidrohnen (8-12) besamten Königinnen zu züchten. Diese Multidrohnen befruchteten Königinnen können in einem normal größen Bienenstock gehalten werden. Nun können wir damit beginnen, auch diese Königinnen auf wichtige Eigenschaften zu untersuchen wie Honigproduktion und Überwinterung zu untersuchen.

Um weiterhin die Zahl von Imkern und Kolonien in unserem Programmen zu erhöhen, werden wir nach wie vor um zusätzliche finanzielle Unterstützung bemühen, damit eine hohe Diversität in dem Pool von Varroa resistent Kolonien zu erlangen.

Carnica, Buckfast und jetzt auch Dunkle Biene
Wir starteten unser Programm mit Buckfast und Carnica Bienen, da diese beiden Rassen von Honigbienen vorherrschend in Europa sind. Deshalb besteht der Großteil der Völker, die wir für unser aktuelles Programms verwenden, aus unterschiedlichen Linien dieser oben genannten Rassen.

Dennoch gibt es in Europa lokale heimische Unterarten, die aufgrund ihrer einzigartigen Merkmale und ihres genetischen Hintergrunds als wichtig angesehen sind. Eine dieser Rassen ist die Schwarze Biene (Apis mellifera mellifera), eine der zehn anerkannten europäischen Bienen-Unterarten. Die Schwarze Biene leidet ebenfalls unter Varroa und zusätzlich unter der Popularität der Carnica- und der Buckfast Biene. Deshalb sind wir davon überzeugt, dass die Schwarze Bienenpopulationen von einem Varroaresistenter Zuchtprogramm profitieren könnte. In 2018, Arista und der belgischen Schwarze Biene Gruppe Mellifica.be werden zusammenarbeiten, um den ersten Satz von ein-Dröhn Besamte Königinnen zu erzeugen. Wir werden unsere bereits etablierten Methoden verwenden, um testen und auszulesen.

Weiterhin, haben sich die Imker von der Terschelling Insel (Niederlande) mit Arista angeschlossen, um ein Schwarze Bienen-Zuchtprogramm zu erstellen. Dafür haben die Imker ein Reservat für Schwarze Bienen erschaffen. Dieses Zuchtprogramm basiert auf unserer Selektionsmethode um Varroa-resistenten Linien auszulesen. So werden wir noch dieses Jahr erfahren, wie rein und wie „schwarz“ die Bienen auf der Insel sind. Mit den daraus resultierenden Ergebnissen werden wir weitere Vorgehensweisen planen, um eine Varroa-resistente Schwarze Bienen Population zu etablieren.

Genetische Marker-Projekte
Basierend auf den vollresistenten Kolonien, können wir nun Marker gestützte Projekte etablieren. Durch den Einsatz von genetischen Tests könnten wir nun gegenüber der arbeitsintensiven Standardmethode, die wir für Varroa-resistente Kolonien verwenden, Zeit sparen.

Um einen solchen Test zu entwickeln, ist es notwendig, dass wir die grundlegende Genetik der Varroa-resistenten Verhaltensweisen, wie Varroa Sensitive Hygiene (VSH: Erkennung und Entfernung der Milben aus der Brut), besser verstehen. Aus diesem Grund hat Arista ein Konsortium mit der Inholland Universität (Amsterdam) und der Van Hall Larenstein Universität (Leeuwarden, Velp) und der Firma Bejo Zaden BV gegründet. Letzten Sommer wurde unser gemeinsamer „RAAK-pro“ Projektvorschlag genehmigt. Daraufhin konnten wir beginnen, einen genetischen Marker für das resistente Verhalten zu etablieren. Arista stellt die Bienen für das Projekt bereit und Van Hall Larenstein wird bei der Analyse des Verhaltens („Phänotypisierung“) der Bienen unterstützen. Inholland und Bejo Zaden werden nach dem genetischen Hintergrund des Verhaltens („Genotypisierung“) suchen. Dafür werden die Bienen welche das spezifische Verhalten zeigen und nicht zeigen vergleichen. Dieses Projekt wird von einem Komitee unterstützt, das sich aus Mitgliedern der NBV (Niederländische Bienenzüchterorganisation), der BBV (Buckfast Bienenzüchterorganisation), der VCI (Carnica Bienenzüchterorganisation), dem Genetik Labor der Universität Wageningen und der BVNI (Berufsimkerei) zusammensetzt.

Arista hat auch damit begonnen, das BeeStrong-Projekt des INRA-Instituts in Avignon, Frankreich, zu unterstützen. Letzten Sommer wurden 40 Kolonien von Arista für VSH gezählt. Des weiteren wurden Bienenproben entnommen, um genetischen Analysen am INRA durchzuführen.

Barbados Projekt
Es gibt einige Orte auf der Welt, bei denen man glaubt, dass Honigbienen ohne menschliches Eingreifen eine Varroaresistenz entwickelt haben. Barbados könnte einer dieser Orte sein. Als sich Varroa 2002/2003 auf der Insel niederließ, verringert sich die Bienenpopulation extrem und die meisten Kolonien brachen zusammen. Kolonien auf Barbados sind häufig „wilde“, also ungepflegt Kolonien, die im Regenwald leben. Eine kleine Anzahl von Imkern fangen diesen wilden Schwärme, um ihre Bienenstöcke zu bevölkern. Leider brachen auch meisten dieser bewirtschafteten Kolonien zusammen, da die Imker nicht gegen Varroa behandelten.

Interessanterweise bekamen die Imker nach einigen Jahren wieder Anrufe um Schwärme zu entfernen. Heute, etwa 15 Jahre nach dem ersten Ausbruch von Varroa, gilt die Honigbienenpopulation als vollständig erholt. Die Imker fangen Schwärme aus dessen Population und ernten Honig genau wie zuvor, bevor Varroa die Insel erreichte.

Mit finanzieller Unterstützung von Bayer gründete Arista ein kleines Projekt auf der Insel auf. Das Ziel dieses Projektes ist, ein bevölkert Bienenhaus zu etablieren und eine Saison lang, regelmäßig die Milbenwerte auf den Bienen und in der Brut zu untersuchen, um das Niveau der Varroaresistenz zu bestimmen. Außerdem werden wir versuchen, erste Hinweise darauf zu bekommen, welches Merkmal (möglicherweise VSH?) die Bienen verwenden, um die Varroa Menge niedrig zu halten. Dazu werden wir die Genetik der Bienen überprüfen, um auszuschließen, dass die heutige Barbados Bienen keine eingewanderten afrikanisierten Bienen sind.

Beim letzten Besuch wurden 10 Kolonien (unbehandelt) auf Milbenbefall untersucht. Der Varroa Milbenbefall der Brut war sehr gering und auch der Varroabefall der Bienen war in den meisten getesteten Kolonien sehr gering. Wir werden die Untersuchungen fortsetzen…

Personal und Organisation
Zusätzlich zur finanziellen Unterstützung, für die genetischen Marker, Barbados und US-Hawaii-Projekte, haben die Adessium-Stiftung als auch die Dioraphte-Stiftung begonnen, unser Zuchtprogramm finanziell zu unterstützen! Dies sind sehr wichtige Beiträge, da wir nun eine kleine Struktur aufbauen können, die die schnell wachsende Gruppe von Imkern in unserem Programm unterstützen kann.

Die kombinierte Finanzierung ermöglichte es uns, BartJan Fernhout vom Verwaltungsrat in die Position des Programmdirektors zu erheben und Guillaume Misslin als Projektleiter einzustellen. Darüber hinaus rekrutiert die Fachhochschule Van Hall Larenstein (VHL) einen Projekttechniker für das RAAK-pro-Projekt, der mit VHL-Studenten am Arista-Standort zusammenarbeiten wird.

Wir freuen uns sehr, dass Prof. Jacques van Alphen die freie Chairman-Position im Verwaltungsrat angenommen hat. Jacques van Alphen bringt viel Erfahrung und wissenschaftliche Kenntnisse mit, da er sein gesamtes Berufsleben mit Insekten-Parasiten-Interaktionen verbracht hat.

Darüber hinaus hat die wallonische Regierung in Belgien die Finanzierung eines Projektleiters für Arista genehmigt! Um dies zu erreichen, haben wir eine juristische Person „Arista Bee Research Belgium“ gegründet. Dies ermöglichte uns, Sacha d’Hoop de Synghem zu rekrutieren, der sich der Arbeit in Wallonien widmen wird, während er eng mit dem Arista Team in den Niederlanden zusammenarbeitet.

Und zu guter Letzt konnten wir einen Teil eines Hauses mit einem großen Garten mieten, der Platz für ein Büro/Labor- und Bienenhaus bietet.

Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt wirklich zügig auf unser Ziel hinarbeiten können: Varroaresistente Bienen, die sich gut entwickeln und gesund bleiben, ohne auf chemische Behandlungen angewiesen zu sein. Deshalb arbeiten wir weiter daran die Spenderbasis zu erweitern als auch an der fachlichen Unterstützung und der Anzahl der teilnehmenden Imker und Imkerorganisationen. Unser Ziel ist es, dass jeder Imker in den USA und der EU sämtliche chemischen Behandlungen gegen Varroa abbrechen kann, ohne Kolonieverluste. Dies würde eine ununterbrochene Versorgung von Honigbienen gewährleisten, die die Landwirtschaft durch Pollinierung und Honigproduktion unterstützt. Darüber hinaus werde die Wiederherstellung der einheimischen europäischen Unterarten von Honigbienen und reetablierung von natürliche Populationen unterstützt.



Weitere Ausbreitung in 2016

Arberg, November 2016.

Buckfast Bayern legt erfolgreichen Start bei Arista hin.

Der Landesverband Buckfastimker Bayern, eine sehr aktive und lebendige Vereinigung von Imkern und Züchtern, die in den letzten Jahren von 100 auf über 500 Mitglieder angewachsen ist, hat sich auf ihrer Suche nach Varroa-resistenten Linien der Arista-Stiftung und den anderen VSH-Buckfast- und -Carnica-Gruppen angeschlossen.

Josef Koller, der erste Vorsitzende von Buckfast Bayern, beschäftigt sich bereits seit etwa 20 Jahren mit der Zucht auf Varroaresistenz. In den letzten Jahren wurde er dabei von einer wachsenden Zahl Interessierter (z. B. Ralf Höling) unterstützt. Durch sein Konzept gelang es ihm, Völker zu selektieren, die über Jahre unbehandelt überleben. Allerdings war es bislang nicht möglich, diese Eigenschaft erbfest in diesen Linien zu verankern.

Inspiriert von den anderen Arista-Gruppen, wurde entschieden, ein VSH-Einzeldrohn-Besamungs-Projekt zu beginnen. Im Winter 2015/2016 startete die Planung, es wurden sehr viele E-mails verschickt. Im Frühjahr 2016 begann dann nach gründlicher Vorbereitung die Arbeit. Es wurden über 40 Test-Völkchen mit Einzeldrohn-besamten Königinnen erstellt. Dazu wurden zwei Buckfast-Linien in reziproker Kreuzung verwendet, die zuvor die geringste Milbenvermehrung gezeigt und unbehandelt bereits mehrere Jahre überlebt haben.

Die große Erfahrung der Gruppe mit Milbenzählen (Infektionslevel bestimmen) in Verbindung mit der Erfahrung von Arista mit Infizierung, zahlten sich aus, als große Mengen Milben mit Hilfe von sehr viel Puderzucker und selbst konstruierten Schütteleimern für die Infektion der Testvölkchen (>100 Milben / Völkchen) geerntet wurden.

Anfang August traf sich die Gruppe (Züchter, Familienangehörige, Freunde und ehrenamtliche Helfer von Arista) für drei Tage bei Stefan Luff (Zuchtkoordinator Buckfast Bayern) um den VSH-Level der Test-Völkchen durch Auszählen der sich vermehrenden und nicht-vermehrendenVarroa-Milben in der Brut zu ermitteln.

Schnell wurde klar, dass sich die vielen Jahre mit Selektion auf geringen Milbenbefall und behandlungsfreier Völkerführung (teilweise auch mit erheblichen Verlusten) ausgezahlt haben, indem die Hälfte der Testvölkchen hohe VSH-Level zeigten. Angespornt durch die guten Ergebnisse, wurde eine weitere Besamung von Töchtern der Völkchen mit dem höchsten VSH-Level, im Spätsommer organisiert. So wurden über 90 Königinnen besamt bzw. standbegattet, die in der kommenden Saison u.a. zum Aufbau von Drohnenvölkern für die Buckfast-Zucht zur Verfügung stehen.

Nach diesem großartigen Start bereitet sich nun im Winter die Gruppe in Bayern mit Zuchtkoordinator Stefan Luff, ebenso wie die benachbarte Buckfast-Süd-Gruppe, auf die kommende Saison vor, einerseits mit dem Ziel, weitere VSH-Linien zu etablieren, andererseits die nun vorhandene Linie weiter zu entwickeln und auf Buckfast-Eigenschaften zu prüfen.



Gute Ergebnisse fortgesetzt in 2015

Boxmeer, Juni 2016.

Buckfast Gruppe (Belgien/Luxemburg/Frankreich/Niederlande/Deutschland/Österreich)

Diese Gruppe wurde 2014 gegründet und führte ihre Arbeit mit den reinen Buckfast Linien und Buckfast-USDA Linien (Kreuzung aus Buckfast und USDA Bienen) in 2015 fort. Über 160 Bienenvölker wurden gebildet und über einen Zeitraum von einem Jahr getestet.

Weitere Züchter traten dem Team bei. Zudem fand sich eine neue Gruppe von Freiwilligen, die eine Woche ihres Urlaubs opferten, um die Milben der beständig wachsenden Völkerzahl auszuzählen.

Waren es 2014 noch 10% der Prüfvölker, die ein hohes VSH-Level zeigten, so waren es 2015 bereits über 20% (23 von 94 Völker) mit einem VSH-Level von 75% und höher. Dies zeigt, dass die Auslese auf das VSH-Verhalten erfolgreich war. Auch bei den Buckfast – USDA Linien zeigten 40% (27 von 68 Völkern) der geprüften Bienenvölker ein hohes VSH-Level.
1 Altea - Counting

Neue Buckfast VSH Gruppe in den Niederlanden

Wir freuen uns sehr, die beiden erfahrenen Buckfast Züchtergruppen Marken und Flevo willkommen zu heißen. Beide niederländische Gruppen betreiben Belegstellen zur Verpaarung von Jungköniginnen in Marken und Flevopolder.

In 2015 begannen beide Züchtergruppen damit, ihre Bienen hinsichtlich des Merkmals Bruthygiene (das Ausräumen abgestorbener Brut) zu testen, da es Hinweise gibt, dass Völker mit ausgeprägter Bruthygiene mit großer Wahrscheinlichkeit auch das VSH-Merkmal besitzen.

Von den Völkern mit den besten Ergebnissen hinsichtlich Bruthygiene wurden 24 Völker mit eindrohnbesamten Königinnen gebildet und hinsichtlich der VSH getestet. Davon konnten zwei Völker mit einem hohen VSH-Level von 75% identifiziert werden. Vier Völker hatten ein mittleres VSH-Level.

Dieses Ergebnis ist insofern ein großartiger Erfolg, als dass beide Gruppen mit ihren eigenen Buckfast-Linien arbeiten, die mit unseren Linien in keiner verwandtschaftlichen Beziehung stehen. Ihre Linien stellen unser Zuchtprogramm auf eine breitere genetische Basis.
2 Marken - Flevo-counting

Neue Carnica VSH Gruppe in den Niederlanden

Eine wichtige und weit verbreitete Bienenrasse ist die Carnica Biene. Zusätzlich zu der bereits bestehenden Kooperation mit dem Bieneninstitut Kirchhain in Deutschland, welches mit Carnica Bienen arbeitet, konnten wir eine Gruppe von Carnica Züchtern in den Niederlanden für unser Zuchtprogramm gewinnen. Diese Gruppe testete in ihrem ersten Jahr 59 Völker, deren Königinnen ebenfalls mit nur einem Drohn besamt wurden. Die erfreuliche Nachricht ist, dass auch Bienen der Rasse Carnica das VSH-Verhalten zeigen. Von den getesteten Völkern zeigten 13 ein mittleres VSH-Level und vier sogar eine hohes VSH-Level von über 75%.
3 SDI-camo-minis -  Queen marked

Inholland Universität der angewandten Wissenschaft

Die Inholland Universität der angewandten Wissenschaft in Amsterdam beteiligt sich ebenfalls an unserem Programm. Dies stärkt die bereits existierende Zusammenarbeit zwischen dem Lehrstuhl für Genetik der Universität Wageningen, des United States Department of Agriculture (USDA) und Arista Bee Research (ABR). Am Lehrstuhl für Genetik in Wageningen arbeitet zurzeit bereits der dritte Student am Thema VSH. Zusätzlich dazu beteiligen sich jetzt auch Studenten der Inholland Universität der angewandten Wissenschaft an unserem Programm. Sie werden uns helfen, eine große Anzahl an Bienenproben von den bereits getesteten Völkern auf das Vorhandensein von sogenannten VSH-Markern genetisch zu untersuchen. Ziel ist es, einen genetischen Labortest zu entwickeln, der das arbeitsaufwändige Auszählen von Milben ersetzten kann.
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VSH-Zucht der dritten Generation in der USA unterstützt durch Arista Bee Research

Unseren ersten Besuch der USDA in Baton Rouge nutzten wir, um die Methoden der VSH-Zucht von unseren amerikanischen Kollegen zu lernen. Dabei zeigte sich, dass auch sie sehr an der Erfahrung und am Zuchtgeschehen in Europa interessiert sind. Daher haben die USDA und ein Berufsimker von Hawaii Arista Bee Research um Unterstützung bei der Etablierung von VSH-Bienen der dritten Generation gebeten. Diese sollen dann in den USA genutzt werden. Die Zusammenarbeit mit der USDA und die finanzielle Unterstützung durch den hawaiianischen Berufsimker ermöglichen vierteljährliche Reisen nach Hawaii und eine kontinuierliche Fernbetreuung.
5 Hawaii a





Pressemitteilung

Großer Fortschritt in der Züchtung Varroa resistenter Honigbienen

Boxmeer, 12 Februar 2015. Weltweit werden Honigbienen, die für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen so wichtig sind, von einer sehr schädlichen Milbe bedroht: Varroa destructor. Koordiniert durch die Arista Bee Research Stiftung ist es einer Gruppe von europäischen Imkern in diesem Frühjahr und Sommer gelungen eine erste Generation von europäischen Honigbienen zu züchten, die die Varroa-Milbe erkennt und befallene Brut beseitigt, wodurch voraussichtlich die Zahl der Varroamilben im Bienenvolk dauerhaft begrenzt werden. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Zucht gesunder, Varroa resistenter Honigbienen, die viel besser in einer ohnehin schwierigen Umwelt überleben können.

Die Varroa-Milbe macht ein Loch in der Panzerung der Biene und schwächt die Biene unmittelbar durch Absaugen von Hämolymphe (“Insektenblut“). Darüber hinaus können Viren und Bakterien durch diese Öffnung eindringen und Krankheiten hervorrufen, was zu einem frühen Tod der Bienen führen kann. Behandlungen der Bienenvölker mit chemischen Substanzen sind arbeitsaufwendig, die Ergebnisse sind variabel und können Rückstände verursachen. Sie haben nicht nur eine Wirkung auf die Milben, sondern können auch die Bienen selbst schädigen. Durch die Folgen einer schnell zunehmenden Varroa-Population brechen unbehandelte Bienenvölker oft innerhalb von nur 2 Jahren zusammen. Die Varroa-Milbe gilt daher als der wichtigste Verursacher der Winterverluste.

VSH-illustration-MdJDas Ministerium für Landwirtschaft der USA (United States Department of Agriculture, USDA) hat durch Studien gezeigt, dass es möglich ist, Honigbienen mit Varroa-Milben sensitivem Verhalten (Varroa Sensitive Hygiene, VSH) zu selektieren: Diese Bienen erkennen sich vermehrende Varroa-Milben in ihrer Brut. Da diese VSH Bienen befallene Brut beseitigen werden keine Varroa-Milben Nachkommen mehr produziert. Die Zucht in den USA wurde auf dieses Merkmal beschränkt und bisher waren keine Ressourcen vorhanden, um das positive Verhalten dieser VSH Bienen breitflächig in die Honigbienenvölker zu integrieren.

Im Frühjahr 2014 hat ein europäisches Team mehr als hundert kleine Kolonien zusammengestellt, ein Viertel mit USDA-VSH Bienen und die anderen mit Bienen europäischen Ursprungs. Die Königinnen wurden künstlich mit nur einer einzigen Drohne besamt, statt der ungefähr zehn, die normalerweise verwendet werden. Dies wurde durchgeführt um sicherzustellen, dass alle Arbeiterinnen nicht nur dieselbe Mutter haben sondern auch denselben Vater, wodurch sie die gleichen Eigenschaften erben. Die EU-Königinnen und Drohnen wurden von Kolonien mit geringerem Varroa-Befall und ausgeprägtem Hygieneverhalten ausgewählt.

Nach einer zusätzlichen Infektion mit Varroa-Milben wurden die Bienenvölker am Ende des Sommers auf den Anteil sich nicht vermehrender Milben in der Brut untersucht, da dies das wichtigste Maß für die Ermittlung des VSH-Verhaltens ist. Insgesamt wurden mehr als 20 Bienenvölker mit einem hohen (mehr als 75%) VSH-Verhalten gefunden. Die Hälfte dieser Bienenvölker stammt von Bienen europäischen Ursprungs. Damit zeigen diese Ergebnisse, dass das bereits bei amerikanischen Bienenvölkern nachgewiesene VSH-Verhalten auch bei europäischen Bienen vorhanden ist. Die Ergebnisse zeigen darüber hinaus, dass VSH-Verhalten in Bienenvölkern durch die Besamung mit einzelnen Drohnen in kurzer Zeit auf ein hohes Niveau gebracht werden kann.

Der nächste Schritt des Zuchtprogramms wird es ab der Saison in 2015 sein, 100% VSH-Verhalten in den europäischen Zuchtvölkern zu erlangen. Wenn dieser Wert erreicht ist, werden Bienenvölker normaler Größe mit normaler Befruchtung durch mehrere Drohnen zusammengestellt werden. Dabei wird sorgfältig auf andere wichtige Eigenschaften wie die Honigproduktion, Sanftheit und Schwarmneigung getestet werden. Die Auswahl von so vielen verschiedenen Zuchtlinien wie möglich ist dabei wichtig um ein hohes Maß an genetischer Vielfalt sicherzustellen damit eine breitflächige Anwendung durch die Imkergemeinschaften in der ganzen Welt möglich ist.

Über die Arista Bee Research Stiftung

Die Arista Bee Research Stiftung wurde Ende 2013 mit dem Ziel gegründet gesunde Varroa resistente Bienen zu züchten. Die Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation, deren Arbeit wissenschaftlich von hochrangigen Forschern aus den Vereinigten Staaten von Amerika (Department of Agriculture, USDA, Baton Rouge), dem Bieneninstitut Kirchhain (Deutschland), dem Hohen Neuendorf Bieneninstitut (Deutschland) und der Universität Wageningen (Die Niederlande) begleitet wird. Die Arista Bee Research Stiftung benötigt finanzielle Unterstützung, um in der Lage zu sein, diese wichtige Arbeit fortzusetzen.

www.aristabeeresearch.org/de





Königinnenzucht in Altea

Altea, Dezember 2014. Nachdem wir die von nur einer VSH-Drohne besamten Königinnen nach Altea in Spanien gebracht hatten haben wir begonnen, Tochter-Königinnen von ihnen zu züchten.

In den ersten Wochen musste allerdings eine Reihe von Schwierigkeiten überwunden werden. Nach einem Stromausfall (UPS war bereits für den Transport bestellt, aber immer noch unterwegs …) verloren wir die Hälfte der Königinnenzellen im Brutschrank.

Ants Formistop Mating station

Nach dem erneuten Zusammenstellen der ersten Gruppe von Völkern realisierten wir einen anderen unerwarteten Feind: Sehr kleine, aber sehr aggressive Ameisen (!). Diese kleinen Ameisen griffen die kleinen Völker an – sie griffen die jungen Bienen an, töteten sie, und benutzen sie als Nahrung. In einigen Fällen haben wir noch ein paar der älteren Bienen mit der Königin außerhalb des Bienenstockes finden können. Daraufhin installierten wir spezielle mit Öl gefüllte Vorrichtungen um die Ameisen von den kleinen Bienenstöcken fernzuhalten (siehe Foto).

Zum Glück war das Wetter gut und wir konnten die Zucht junger Königinnen fortsetzen. Wir haben jetzt 25 Königinnen mit Brut. Diese Völker werden verwendet, um Drohnen für das VSH 2015 Zuchtprogramm zu liefern.

Queen with Brood Apiary



Die besten VSH Völker nach Spanien transportiert

Boxmeer, Altea, September 2014. Die 12 besten VSH Kolonien wurden gekühlt (15⁰C) nach Spanien gebracht (zusammen mit Völkern, die Bienen für die Vermehrung liefern werden). Nach einer Woche Gewöhnung an die höheren Temperaturen in Spanien haben wir alle Kolonien untersucht (keine Verluste!). Wir haben damit begonnen Nachkommen dieser speziellen Bienen aufzuziehen.

Koerier Lading
Arrived Inspection



Zählung der Milben

Braine-le-Château, August 2014. Wir haben die Varroa-Brut-Zählung abgeschlossen. Insgesamt wurden mehr als 20 Völker mit hoher Varroaresistenz identifiziert!

Diese Völker zeigten 75% oder mehr Varroa Sensitives Hygiene (VSH) Verhalten. Die eine Hälfte der Völker stammt von europäischen Zucht-Linien und die andere Hälfte der Völker sind überwiegend US-amerikanischer Herkunft (USDA, mit bewährtem VSH Hintergrund). Die Völker mit 75% VSH Verhalten hatten signifikant weniger (sich vermehrende) Milben, die Völker mit 100% VSH hatten fast alle der Milben entfernt!

Eine Pressemitteilung wird nach der Überprüfung der Daten durch den Wissenschaftlichen Ausschuss und der Sicherung der Nachkommen dieser wertvollen Königinnen zur Verfügung gestellt werden. Da das Wetter in Nordeuropa vielleicht nicht gut genug sein könnte, um lebensfähige Tochter-Königinnen zu züchten, werden Völker auch nach Spanien transportiert werden.

Counting-mites-at-Paul-Jungels Champagne



Projekt zur Zucht, Auswahl & Verteilung gestartet

Belgien, Frankreich, Deutschland, Luxemburg, April 2014. Für das Projekt zur Zucht, Auswahl & Verteilung werden wir Einzel-Drohnen-Besamungen (SDI) und die Zählung von Varroabrut nutzen um mehr zum Varroa Sensitive Hygiene (VSH) Verhalten zu erfahren; VSH ist das Verhalten bei welchem die Bienen Brut, die von Varroamilben infiziert ist, entfernen.

Mehrere Gruppen, welche die verschiedenen Rassen und Linien repräsentieren, werden in den nächsten 2 Jahren gebildet werden. Für den Buckfast-Teil des Projekts wurde die folgende Gruppe zusammengestellt: Riad Abara, José Artus, Pascal Boyard, BartJan Fernhout, Didier Geuten, Jos Guth, Paul Jungels, Jean-Marie Lavend’Homme, Renaud Lavend’Homme, Pierre Marin, Philippe Lambert, Bernard Leclercq, Julien Perrin, Jean-Marie Van Dyck.

Julien Perrin und Pascal Boyard (siehe Fotos) begannen Anfang April mit den ersten Einzel-Drohnen-Besamungen (SDI), was den eigentlichen Beginn des Projekts darstellt. In den kommenden Monaten wird die Gruppe versuchen zwischen 100 und 200 SDI-Völker zu bilden.

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